Samstag, 13. November 2010

Der Anfang vom Nirgendwo

Hallo Freunde, Verwandte und Kollegen!

Wir sind im Nirgendwo bzw. in Ceduna, was die letztgrößere Stadt vor Perth ist. Und Perth ist gut 2.000km von hier entfernt. :-)

Nirgendwo macht sich unter anderem bemerkbar mit keinem Handyempfang. Dabei hätten heute zwei Geburtstagskinder schöne Lieder von uns vorgesungen bekommen können… also an dieser Stelle Grüße nach Norwich und nach Hamburg!

Die SIM-Karte in unserem Laptop funkt in einem anderen Netz. Das geht hier noch ein bisschen, aber so langsam, dass dieser Blog-Eintrag mit wenigen Fotos auskommen muss.

Dies ist allerdings auch erst der Anfang vom Nirgendwo. Direkt vor uns liegt der “Nullarbor” (=keine Bäume): Ein Landstrich in dem es, von einem gelegentlichen Roadhouse mit Tankstelle abgesehen, nicht wirklich was gibt. (Nein, stimmt auch nicht ganz. Es gibt da das längste gerade Autostraßenstück der Welt.)

Die letzten Tage haben wir uns auf der Eyre-Halbinsel herumgetrieben. Da gibt es, neben den aus dem letzten Blogeintrag schon bekannten Fliegen, auch noch …Pelikane! Man beachte, dass die da oben auf der Lampe sitzen. (Und ich danchte bis jetzt immer, die können nicht richtig landen.)

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Ausserdem gibt es …Koalas in der Wildnis! Mit Baaaaabiiiieeeeees!

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Und dann gibt es da noch …mich mit einem dicken Wombat in der Wombataufangstation von Ceduna.

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Denn hoffe ich, dass der folgende Link funktioniert: Google Maps. Dort sollte unserer bisherige Reiseroute (zumindest so ungefähr) erscheinen. Wir sind aber gut 800km mehr als die da errechneten 5.256km gefahren…

Zu dem Raumschiff aus dem letzten Eintrag: Keine Ahnung, warum man gerade das Bild nicht vergrößern kann. “Predator” als Antwort ist aber leider falsch… Als erster Hinweis: Es hat etwas mit den im Blog-Eintrag erwähnten Orten zu tun.

Mittwoch, 10. November 2010

Herr der Fliegen

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Die Fliegen lieben uns oder eher Ulf’s waldfarbenes T-Shirt. 137 neue Freunde gab’s gestern und das ganz umsonst. Das Bild habe ich beim Strandspaziergang gemacht und Ulf  war nicht mal ungeduscht oder verschwitzt. :-) Mich mochten die Fliegen auch, aber Ulf war auf der Beliebtheitsskala eindeutig höher.

Wir campen gerade auf einem gemütlichen Umsonst-aber-ohne-Dusche-Platz auf der Eyre-Halbinsel mit nur wenigen anderen Leuten und das direkt am Strand. Wenn nicht die nervigen Fliegen wären, wäre es sehr idyllisch. So sieht es hier nämlich aus:

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Die Tage vorher waren wir im Outback unterwegs um nach Coober Pedy zu kommen. Die Stadt fehlte uns noch auf der Abhak-Liste und somit haben wir uns einen Schlenker von ca. 1.200 km in Richtung Norden gegönnt. Das Outback hat uns mit einem Ausblick auf grüne Landschaft mit lila Blümchen überrascht, da es ja soviel geregnet hat. Auch hübsch. Coober Pedy ist ein lustiges Städtchen, da wohnen sie unter der Erde um der trockenen Hitze von bis 50 Grad im Sommer zu entfliehen. Wir haben uns auch ein schönes Untertage-Haus angeguckt. Da wohnt ein süßes Ehepaar drin, was jeden Tag fleißig aufräumt und Gäste aus der ganzen Welt erwartet. Und so wohnen die beiden:

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Direkt neben an ist noch eine alte Opal-Mine. Opal ist nämlich der Grund, warum es Coober Pedy überhaupt gibt. Hier wird noch fleißig gebuddelt und Opal geschürft. Und die Touristen (wir) dürfen in alten Erdhügeln buddeln und gucken, ob vielleicht ein Opal übersehen wurde, das nennt sich dann “noodlen”. Das haben wir auch eifrig gemacht, aber nichts gefunden. Erst in einer Stein-Kiste vor einem Opal-Geschäft sind wir dann fündig geworden. Das ist genauso spannend wie das Goldsuchen im Heidepark. Sonst haben wir in C.P. mit Dieter und Michael zwei netten Herren aus Hannover mit schickem All-Rad-Toyota ein leckeres BBQ gemacht, eine Gottesanbeterin im Auto gehabt und uns den längsten Zaun der Welt angeguckt. Ach ja, in einem Känguruh-Waisenhaus waren wir noch. Da haben wir Mathilda kennen gelernt und gesehen wie Baby-Roos in den Beutel der Mutter oder ersatzweise in einen Baumwollbeutel springen. Nämlich als würden sie eine Rolle vorwärts machen, oder auf Bocholterisch: Mit einem eleganten Ratzeköpper. Obwohl es schon etwas makarber war, erst das Känguruh zu streicheln und dann Känguruh-Fleisch zu grillen…

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Und Coober Pedy hat einen einzigeartigen Golfplatz: ohne Gras. Sie spielen in der Dämmerung mit leuchtenden Bällen. Bei Tag sieht das so aus:

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Auf dem Weg nach Port Lincoln haben wir übrigens unsere erste wilde Schlange gesehen. Auf der Straße und die war so schnell, dass wir kein Bild davon machen konnten. Zum Glück waren wir auch  im Auto, ich weiß nicht genau wie ich beim Wandern reagiert hätte. Beim BBQ in C.P. ist mir ein Käfer auf den Kopf gesprungen, uah, da habe ich für die anderen eine gute Show-Einlage eingelegt, so mit wildem Schütteln und leichtem Gekreische. Hätte ja auch eine der vielen nicht so hübschen Heuschrecken oder riesigen Gottesanbeterinnen sein können.

Jetzt noch zwei Bilder von unterwegs:

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Glücklich können sich übrigens alle Kommentar-Schreiber vom letzten Blog-Eintrag schätzen, denn das Losglück hat entschieden: Jeder bekommt eine Postkarte!
@Hilde: Schön von Dir zu hören, schick uns doch mal Deine Adresse!

Und als Frage des Tages (ohne Gewinnmöglichkeit): Aus welchem Film stammt folgendes Raumschiff?

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Freitag, 5. November 2010

We’ve got Locusts!!

Das aktuellste zuerst und dann geht es wieder in die Zeitmaschine zurück an die Südküste von Australien.

In Adelaide waren wir im kostenlosen South Australian Muesum. Da hat uns ein netter älterer Volunteer (zu dem Thema später mehr) eine gute Stunde herumgeführt. Sonst war keiner zu der ebenfalls freien Tour erschienen, war also sehr persönlich. Er hat uns von R.M. Williams Hosen, Hemden und Schuhen erzählt und zur Verdeutlichung durfte Meike sogar an seinen Hintern und das Schild suchen. Außerdem hat er uns Fotos von den Tieren in seinem Garten gezeigt.

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Gestern haben wir versucht Arbeit als Orangenpflücker zu bekommen. Dazu waren wir extra wieder ein Stück nach Osten zurückgefahren. Um 8:30 Uhr hatten wir eine Verabredung mit dem Vorarbeiter dort, aber auch nach 1 1/2 Stunden warten hat der sich nicht blicken lassen und die verantwortliche Tante in Adelaide ist dann auch nicht mehr an ihr Telefon gegangen. Wäre aber wohl sowieso voll der Horrorjob geworden, wie uns zwei Deutsche erzählt haben (und indirekt von zwei Französinnen bestätigt wurde). Riesige “"Bins” zu füllen, mit Mini-Orangen, kaum Geld dafür, alles voller Dornen und Mücken…. da haben wir uns lieber einen schönen Tag gemacht. Der fing dann mit einer Orangen-Klau-Rache an! :-)

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Auf dem Weg Richtung “Flinders Ranges” mussten wir dann auf einmal unerwartet Seilwinden-Fähre fahren. Die sind aber traditionell auch kostenlos in South Australia.

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Auch auf dem Weg sind wir an einem “Boot-Tree” vorbeigekommen. Dem habe ich dann meine Chucks geopfert. Lieber Jan, lieber Lorenz, ich habe sie nun lange und tapfer getragen. Aber nun waren sie löchrig, haben meine Hacke kaputt gemacht und stanken.

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Daneben gab es dann noch den Unterwäsche-Baum …dem haben wir aber nichts geopfert.

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Unsere ersten “Road-Kills”, also überfahrene Tiere haben wir nun auch. Aufgrund des vielen Regens und des deswegen vielen Grünzeugs, haben sie hier gerade eine kleine Heuschrecken-Plage und wir die Viecher halt auch zerplatzt auf der Frontscheibe oder im Kühlergrill. Leider keine Fotos, aber ich glaube wir treffen, im wahrsten Sinne, noch auf ein paar Schwärme.

An der Warren-Gorge sind wir schön zwischen Känguruhs, Wildblumen und wilden Ziegen spazieren gegangen und haben da auch wild gecampt inkl. Lagerfeuerchen (Meike hat es sich schon lange gewünscht) und einem extrem klaren Sternenhimmel. So haben wir auch mal in der Nacht unser Sonnendach (im Englischen scheinbar für uns passender “Moonroof” genannt) aufgemacht. Bilder der Gegend:

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Heute sind wir dann in den Flinders Ranges angekommen. Nett …aber nicht übermäßig beeindruckend. Wir waren allerdings auch in der Mittagszeit unterwegs. Mit Tieren wäre wahrscheinlich etwas früher oder später mehr los gewesen, aber immerhin haben wir einen Goanna (?), also eine etwas größere Echse, gesehen. Das Foto zeigt leider nur noch den Schwanz aus der Höhle:

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Morgen brechen wir Richtung “Coober Pedy” auf. Dort wo sie alle unter der Erde wohnen und Opale suchen. Wir werden aber schon so zwei bis drei Tage dahin brauchen. In den letzten Tagen hatten wir kaum Handy-Netz und das wird wohl auch nicht besser werden je weiter wir ins Outback kommen.

Und nun endlich der Abschluss der Südküstengeschichte:

Die letzte Stadt, die wir an der Südküste (vor unserem Aufbruch nach Mildura - Riverland) gesehen haben, war Portland. Tierischstes Erlebnis dort, waren die Seehunde (“Seals”) am Hafen, die am späten Nachmittag dorthin schwimmen, wo die Hobby-Fischer ihren Fang filetieren. Streit gibt es dann mit den Seemöwen um den kostbaren Abfall…

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Außerdem hat Portland eine Straßenbahn aus viktorianischer Zeit (also ca. 1880). Die Loks, Wagen und Schienen waren allerdings noch nicht immer da, sondern sind das neuzeitliche Hobby-Projekt einiger Volunteers. Auf einem großen Stück der (kurzen) Strecke waren wir die einzigen Mitfahrer und hatten so wieder eine sehr persönliche Tour.

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Volunteering, also Freiwilligenarbeit, wird bei den älteren Semestern in Australien ziemlich groß geschrieben. Fast alle Touristeninfos werden von Volunteers betrieben, die Tour-Guides im Zoo sind Freiwillige (wir zwei Touristen hatten da z.B. drei Damen die uns persönlich betreut haben) oder eben solche Projekte, wie die 1880-Eisenbahn oder den botanischen Garten.

Vor Portland gab es noch einen sehr schönen Wildcampingplatz an einer Flussmündung. Dort haben wir endlich den billigen Rum aus Bolivien “eingeweiht” und zu Cuba Libre veredelt. :-)

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Und davor gab es noch das Mini-Naturschutzgebiet “Tower Hill” mit unseren ersten Emus in freier Wildbahn und Koala mit Ast im Popo. Aua, aua.

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Und fertig ist der Lachs!

PS: Wir haben hier übrigens eine sehr hübsche Postkarte liegen, die noch einen Empfänger braucht. Und da wir uns immer sehr über alle Kommentare freuen, verlosen wir diese unter allen Kommentar-Schreibern dieses Blog-Eintrags. Haut also fleissig in die Tasten.

Montag, 1. November 2010

We’ve got Pandas!!

Hier, wie versprochen, der zweite Rücklblickteil auf die letzten Tage.

Aber das aktuellste wieder zuerst: Tier des Tages ist der Panda inkl. lieben Grüßen an den Mukmuk Panda Club! (Gesehen heute im Adelaide Zoo neben vielen anderen schönen Tieren.)

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Und nun wieder Rückwärts in der Zeit! Vor dem Barossa Valley Weinanbaugebiet haben wir uns östlich davon in einem Gebiet namens “Riverland” rumgetrieben. Auf der Suche nach einem Wildcampingplatz haben wir den Kollegen hier getroffen:

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Es war aber überhaupt sonst gar niemand auf dem zum Camping ausgewiesenen Gelände und nach unserer Erfahrung mit der Batterie sind wir dann doch auf einen Bezahlplatz umgezogen.

In unserer ersten Stadt im Riverland, Mildura, sind wir mit einem echten Raddampfer eineinhalb Stunden über den “Mighty Murray River” gedampft. Der Pott wurde mit Holz von einem eigenen Heizer befeuert. Da musste ich dann auch mal wieder an meinem Papa denken, dem hätte das wohl gut gefallen und mehr Zeit bei der Maschine als bei der Landschaft verbracht, auch wenn es da immerhin Pelikane gab…

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Zwischen Riverland und der Südküste von der wir kamen liegen die Grampians. Da ist zum Einen der Wildcampingplatz, wo uns die Sache mit der Autobatterie passiert ist… Kleine Anmerkung zum Wildcampen: Man muss zwar einen Tag mal auf ‘ne Dusche verzichten, aber dafür geht man abends mit den Kanguruhs schlafen und morgens früh verabschieden sie einen auch wieder. Hier ein (leider etwas unscharfes) Bild aus unserem Schlafplatz:

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Zum Anderen gibt es in den Grampians auch noch ein paar nette Aussichten in relativ kurzer Zeit zu erwandern. Hier die Aussicht von den Balconies und auf den McKenzie Waterfall:

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Höhepunkt für uns in der Gegend war aber natürlich die Nah-Erfahrung mit Kanguruhs und ihren Joeys. Achtung jetzt wird es niedlich! (Andererseits ist es auch schon ein bisschen komisch anzusehen, wie ein gar nicht sooo kleines Känguruh komplett in ein anderes Känguruh reinspringt und verschwindet…)

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So, nun ist es wieder nach Mitternacht, Meike schnorchelt schon seit einer Stunde an der Matratze und ich bin hier immer noch nicht fertig. Falls wir morgen Internet haben, dann gibt es da den Rest …mit noch zwei weiteren neuen Tieren! Na, schon gespannt?